Ich konnte in den letzten Jahren bereits einige Fische, darunter Po-Giganten mit bis zu 2,40 Metern Länge, mit dem Einsatz von Knicklichtern überlisten. Wahlweise verwendete ich ein gewöhnliches Knicklicht, welches ich mit einem verlängerten Gummischlauch direkt am Haken fixierte, oder die clevere Lightning Pose von Black Cat. Beide Varianten haben mir gewichtige Waller gebracht. In letzter Zeit hatte ich allerdings vermehrt Erfolg mit der Lightning Pose – wer kann auch schon einer knallgelben Verführerin widerstehen ...


Viele Grüße vom Wasser

euer Johann „TheHaunzz“ Troppacher

Nebel liegt über der Poebene

Doch eine Pflanze gibt sich noch nicht geschlagen: Die auffällige Nachtkerze mit ihren knallgelben Blüten leuchtet in der Dunkelheit und steht unerschrocken und aufrecht wie ein Gardeoffizier.


Die Farbe Gelb spielt im Pflanzen- und Tierreich im Allgemeinen eine wichtige Rolle. Wie sieht es damit speziell im Leben der Flusswelse aus, der Gattung des „Silurus Glanis“? Ein umstrittenes Thema. Fest steht, dass der Wels ein gewisses Sehvermögen besitzt, das aber dennoch nicht ansatzweise mit dem des Menschen vergleichbar ist. Ob der Räuber Farben erkennen kann, ist ebenfalls nicht ganz klar. Doch in Italien’s Po ist die Farbe Gelb ein ehrwürdiger Gast.


Doch wie kommt die Farbe in den Fluss? Ich persönlich hatte immer schon die Vermutung, dass die Welse bestimmte visuelle Reize wahrnehmen und auch darauf reagieren. Heute weiß ich es! Meine Erfahrungen haben es mir gezeigt und dies, seitdem ich mit einer knallgelben „Verführerin“ arbeite. Sie macht ihrem Namen alle Ehre. Es ist die Black Cat Lightning Pose: Vor allem im Herbst hat sie ihren stärksten Auftritt.

Diese Überzeugung bestätigte sich in der letzten Guiding-Woche erneut. Philipp von CarpSpot war bei mir zu Gast und versuchte sich erstmalig in der Wallerangelei. Jede Nacht legten wir vier Angeln aus, eine davon mit unserer speziellen Black Cat Lightning Pose. Eine grell lackierte Unterwasserpose, die kurz vor dem Köder montiert wird. Zusätzlich lässt sie sich mit zwei Knicklichtern bestücken, um ihre Beute noch etwas mehr zu reizen. Diese Pose brachte uns jede Nacht eine Attacke. Darunter den besten Fisch der Woche mit 2,25 Metern. Petri Philipp!

Warum funktioniert dieses Feature gerade im Herbst und Winter so gut? Meine innere Stimme sagt mir: Fallen die Temperaturen im Wasser, verändert sich der Stoffwechsel der Fische. Sie benötigen gerade jetzt mehr Energie, um ihre Körpertemperatur zu halten und für  die steigende Nahrungsaufnahme in Form zu sein. Die Fressaktivität ist naturgemäß im Herbst besonders hoch, ebenso wie im Frühjahr während der Laichzeit. Irgendwo muss schließlich Energie eingespart werden.


Gewisse Sinne, allen voran die Lorenzinischen Ampullen am ganzen Körper des Welses, rauben ihm vermutlich sehr viel Energie. Es liegt im Bereich des Möglichen, dass der Wels in dieser Zeit vermehrt visuelle Reize wahrnimmt und darauf reagiert, weil der Sehsinn weniger Energie benötigt. Vielleicht ist auch das vermehrt trübe Wasser ausschlaggebend? Oder die Pose ist zu grell im klaren Wasser der Sommermonate und punktet erst jetzt in dunkler Jahreszeit beim Wels?